Berlin 2.0 - Vorstellung des Myspace Entwicklerprogramms
airportibo am 20.02.2008 in Web 2.1Im Rahmen der Berlin 2.0 Veranstaltungsreihe nutzte gestern Myspace die Möglichkeit sein neues Entwicklerprogramm vorzustellen. Anfang Februar hatte Myspace bekannt gegeben, die eigene Plattform auch für externe Entwickler zu öffnen.
Unter developer.myspace.com können Entwickler ein sogenanntes Sandbox-Account beantragen, über das sie Zugriff auf die Myspace API erhalten. Die Schnittstelle baut auf dem OpenSocial Standart auf, wurde jedoch um zahlreiche Myspace-spezifische Funktionen erweitert. Derzeit stehen für die Widget-Programmierung HTML und Java-Skript, für die direkte Serverkommunikation eine REST-Schnittstelle zur Verfügung. Bald soll auch Action-Script unterstütz werden, das die Umsetzung von Flash-Applikationen erlaubt.
Hat man erst einmal eine Anwendung programmiert, lässt sich diese relativ einfach in Myspace integrieren. Letztendlich werden Widgets wie Personen behandelt, d.h. jede Anwendung erhält sein eigenes Myspace-Profil. Widgets können an fünf verschiedenen Stellen auf Myspace dargestellt werden,
- dem Applikationsprofil
- auf den Seiten anderer Nutzerprofile
- der Nutzer Homepage
- dem Anwendungsverzeichnis
- und der “canvas page”
Für Entwickler ist die sogenannte “canvas page” besonders interessant. Jedes Widget bekommt auf Myspace eine volle Seite, auf der lediglich der Header, Footer und die Seitenbreite vorgegeben sind. Der Rest der Seite steht der Gestaltungsfreiheit der Entwickler offen. Die Seite dient vor allem auch dem Anreiz für Entwickler, sich überhaupt die Mühe zu machen, ein Myspace Widget zu entwicklen. Denn die Umsätze, die unter Umständen über diese Seite generiert werden, sollen zu 100 Prozent dem Entwickler zugute kommen. Die Freiheiten gehen so weit, dass man auf dieser Seite sogar externe Werbemittel bzw. Ad-Tags einbinden dürfte. Im Idealfall ergibt sich also eine Win-Win-Situation von der Myspace und Widget-Entwickler profitieren.
Auf den ersten Blick macht das Myspace Entwicklerprogramm einen sehr positiven Eindruck. Auch will man einen besonders hohen Wert auf die Qualität der eingebundenen Widgets legen. Es bleibt also zu hoffen, dass man auf Myspace nicht alle 5 Minuten mit Einladungen zu Quiz-Anfragen bombadiert wird, wie es bei meinem Facebook-Profil heute leider der Fall ist. Für mich stellt sich lediglich die Frage, ob das Mittel der “Canvas”-Seite ausreicht, langfristig genügend Entwickler zur Widget-Programmierung zu motivieren. Lassen sich über EINE Seite genügend Umsätze generieren, um die Entwicklungskosten zu rechtfertigen? Da gibt es wahrscheinlich nur eines: Ausprobieren!
February 21st, 2008 at 18:03
wäre echt mal interessant zu wissen, ob myspace als socialnetwork überhaupt noch relevanz hat oder ob es nicht langsam oder sicher einzig als musik-promotion- & vermarktungsplattform eine zukunft hat…