Welche Wachstumschancen hat Facebook

Tuesday, May 27th, 2008

Ein sehr interessanter Post auf O’Reilly Radar beschäftigt sich heute mit der Frage, mit welchen Strategien Facebook auf dem weltweiten Markt der Social Networks noch weiter wachsen könnte. Hierfür betrachtet Ben Lorica zunächst die geographische Verteilung der Facebook Nutzer.

Die Grafik belegt den hohen Verbreitungsgrad von Facebook im englischsprachigen Raum und untergeordnete Rolle von Facebook in Deutschland. Überraschender Weise sind die Türkei, Frankreich und Kolumbien bei Facebook ganz oben mit dabei.

Im Zusammenhang mit sozialen Netzwerken ist zu beachten, dass lokale Anbieter in diesem Markt eine sehr wichtige Rolle spielen. Einzelne Regionen haben jeweils lokale Player, die sich auf dem regionalen Markt etabliert haben. Allein in Deutschland existieren weit über 100 soziale Netzwerke, die unterschiedliche Zielgruppen ansprechen.

Es ist offensichtlich, dass der Otto-Normal-Nutzer nicht bereit sein wird in mehreren Netzwerken gleich aktiv zu sein und sein Profil zu pflegen. Der Aufwand wäre viel zu hoch. Dementsprechend dürfte es Facebook schwer fallen, sich auf neuen Märkten dauerhaft zu etablieren.

Darüber hinaus machen Personen-Suchmaschinen immer mehr bewusst, wie viele persönliche Informationen man über das Mitmach-Web einer breiten Öffentlichkeit verfügbar macht und sich private von beruflichen Informationen nicht mehr trennen lassen. Eine weitere Hürde, die Nutzer davon abhalten könnte, Ihre Daten auf zahlreichen Plattformen einzupflegen.

Als Schlussforderung werden sich soziale Netzwerke öffnen und den Austausch von Profilen erlauben müssen. Warum sollte ich als Nutzer 10 Mal das Gleiche eingeben müssen? Viel sinnvoller wäre es, mein zentrales, ständig aktualisiertes Nutzerprofil lediglich auf die gewünschte Plattform zu kopieren. Dementsprechend zieht Ben Lorica den Schluss, dass langfristig soziale Netzwerke, die diese Öffnung nicht mitmachen, an Bedeutung verlieren werden.